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Faszination Spiel – Warum wir spielen (Themen-Spiele)

Jeder hat Fantasien und Träume, möchte an Abenteuern teilnehmen, Drachen besiegen oder mit Piraten auf große Fahrt gehen. Die meisten dieser Wunschvorstellungen werden nie verwirklicht, weil es Drachen – soweit bekannt – nicht (mehr) gibt und die Piraten auch schon lange ausgestorben sind.

Selbst der Traum, Rennfahrer oder Manager eines großen Konzerns zu sein, scheitert in der Regel in der Realität, weil man weder das erforderliche Kapital noch die körperlichen Fähigkeiten noch den notwendigen Mut hat, ein derartiges Wagnis einzugehen.

Deshalb nehmen viele Zeitgenossen die Möglichkeit wahr, in Büchern oder Filmen einen Ausflug in die Welt der Fantasie zu unternehmen und für begrenzte Zeit das Gefühl zu erhalten, Teil der beschriebenen oder verfilmten Welt zu sein. Häufig unbefriedigend ist dabei die Passivität. Man hätte sich vielleicht gewünscht, dass der Held in der einen oder anderen Situation anders gehandelt hätte. Gern würde man die Rolle des Helden aktiv übernehmen oder sonst aus seiner Zuschauer-Rolle heraus „mitten ins Geschehen“ springen. Das ist bei einem Buch oder Film nicht möglich.

Beim Spielen hat man diese Möglichkeit, das Geschehen selbst zu beeinflussen. Man wird selbst Kapitän eines Piraten-Schiffs oder kann einen Großkonzern zum Marktführer entwickeln. Gleichzeitig hat man den Überblick über den Gesamtablauf, den eine Romanfiguren und auch tatsächliche Akteure nie haben können, weil man im Spiel die Aktionen der anderen Spieler beobachten kann. Man erhält eine Gulliver-Perspektive, bei der man das Gesamtspiel im Blick hat, und eine Lilliput-Perspektive, bei der man sich mit seinen einzelnen Spielfiguren identifiziert.

Der Spieler kann also für begrenzte Zeit seine Träume ausleben, ohne das Risiko einzugehen, durch falsche Entscheidungen oder verlorene (Macht-) Kämpfe Schaden an Vermögen oder Körper für sein weiteres Leben zu erleiden. Er ist mitten drin, statt nur dabei. Deshalb spielt er und deshalb spielen wir.